Totholz und seine Bewohner

 

Der Rothalsbock ist ein super Beispiel zur Veranschaulichung, dass sogenannte „Insektenhotels“ eigentlich überflüssig wären. Denn ließe man etwas mehr Natur zu und dazu gehört eben auch Totholz, dann machen die Käfer das schon. Viele Arten nutzen totes Holz zur Eiablage. Ihre Larven entwickeln sich darin teilweise mehrere Jahre, verpuppen sich dort und nagen sich dann als fertiger Käfer ins Freie. Und wenn totholzliebende Käfer in verschiedenen Größen an der Arbeit sind, hinterlassen diese im Holz dann natürlich auch unterschiedliche Gangdurchmesser, so dass am Ende diverse Nachbenutzer Nistmöglichkeiten nach ihren Vorlieben vorfinden.

 

Natürlich dienen hohle Stängel wie z.B. von Schilf in der Natur denselben Arten. Hohlraumbewohner achten nicht so sehr auf das Material, sondern eher auf den passenden Gangdurchmesser.

 


 

Der Rothalsbock hatte 2013 ganze Arbeit geleistet und ein dickes Wurzelholz wie einen Schweizer Käse aussehen lassen, nachdem die fertig entwickelten Käfer im Juli geschlüpft sind. Einige der dadurch entstandenen Löcher sind rasch wieder besiedelt worden, z.B. von zwei unterschiedlichen Grabwespen, die auch ab und zu an guten Insektennisthilfen zu finden sind.

 

Darunter eine solitäre Wespe – die Weibchen ackern sich hier für ihren Nachwuchs genauso alleine ab wie es auch bei den meisten Wildbienen der Fall ist – ,die sich sich auf Schnaken spezialisiert hat. Nach der ersten Sichtung hatte ich mich mit meiner Kamera für gut eine Stunde auf die Lauer gelegt. In der Zeit kam sie vier Mal mit einer Schnake an, die sie rasch in das Loch zerrte. Zweimal habe ich sie dann doch dabei erwischt. Die Schnaken sind dabei lediglich gelähmt, so dass die Grabwespenlarve, die aus dem darauf abgelegten Ei schlüpft, stets frisches, da lebendes Futter hat.

 

Bei der anderen, etwas kleineren, schwarzen Grabwespe habe ich nicht gesehen, welche Insektenart diese für ihre Kleinen sammelt. Das lag eventuell auch daran, dass sie erst mal einen der Fraßgänge nach ihren Ansprüchen sauber gemacht hat und dabei allerlei Holzmehl nach draußen beförderte.

 



 

Auf dem letzten Foto ist dieses Holzstück weitere drei Jahre später zu sehen. Es sind in der Zwischenzeit noch weitere Fraßgänge dazu gekommen. Wieder zwei/drei Jahre danach war von dem Holz praktisch nichts mehr übrig, außer ein wenig Mulch : ökologisches Recycling.