Nachfolgend ein paar beispielsweise Fragen, wie ich sie immer wieder mal bekomme und auch gerne beantworte ...

(... obwohl leider in ganz vielen Fällen noch nicht einmal ein kurzes "Danke" zurückkommt ...)

 

 

Frage : Bis wann sollte man Insektennisthilfen im Frühjahr angebracht haben ?

Antwort : Spätestens Anfang März wäre ein guter Zeitpunkt. Die ersten, die unterwegs sind, sind die Gehörnten Mauerbienen. Die Männchen sind je nach Wetter auch schon im Februar unterwegs, aber die Weibchen schlüpfen später und die ersten Paarungen finden normalerweise erst Anfang März statt ...
 
Da die Frage Mitte August bei mir eintraf :
Ein paar Bambusstengel könnten sogar aktuell noch hilfreich sein, da aktuell immer noch Löcherbienen unterwegs sind. Diese basteln bei mir noch fleißig am Bambus herum. Das wären dann Lochgrößen von 3 mm bis vielleicht 5 mm. Aber es ist klar, die Hauptzeit ist vorbei und man möchte die Wildbienenhilfe auch nicht unbedingt unnötig einen zusätzlichen nassen Herbst und Winter aussetzen.
Nachträgliche Anmerkung (obige Antwort eher für Niedersachsen) :
In einigen Regionen Deutschlands und abhängig vom Verlauf des Sommers (z.B. wegen einer zweiten Generation) können auch noch im August und sogar später größere Lochdurchmesser durchaus sinnvoll sein, so dass z.B. spät fliegende größere Wildbienen auch noch eine Unterkunft (z.B. Wolbienen zum Übernachten) oder einen Nistplatz (z.B. Blattschneiderbienen) finden.
 

Frage : Sollte man da etwas davor machen - z.B. um Spinnen auszugrenzen ?

Antwort : Nun, Spinnen lassen sich nicht ausgrenzen, zumindestens nicht, wenn Sie Ihre Insektennisthilfe auch für Wildbienen weiterhin erreichbar bleiben lassen möchten. Ok, im Ernst: ein Schutz in Form eines davor angebrachten Gitters macht Sinn, aber eben speziell gegen Vögel. Bei uns sind es Kohlmeisen oder auch Spatzen, die sich einfach in unsere Nistwand reinsetzen und anfliegende Weibchen schnappen. Spätestens dann bringe ich ein Drahtgitter davor an. Meist habe oder hatte ich es aber frei - auch zum Fotografieren wegen. Auch hacken die Vögel die äußersten Nistwände auf, da sie wohl dahinter leckeres tierisches Protein riechen. Trotzdem kommen sie aber nicht daran, da die erste Zelle meist eine leere ist. Wenn Sie am Waldrand wohnen, dann können auch Spechte zum "Problem" werden. Diese können dann schon größeren Schaden anrichten, weshalb dann ein Gitter sehr sinnvoll ist. Meines hat eine Maschenweite von 19mm, da kommen die Wildbienen noch gut durch, eventuell mit kurzem Zwischenhalt auf dem Draht, aber kein Vogel passt da durch. Und zur eigentlichen Frage wegen der Spinnen : diese machen eigentlich gar kein Problem. Ja, da wohnt mal eine Spinne in den Röhrchen und spannt auch ihr Netz dann von dort aus. Aber gerade, wenn ich das Drahtgitter davor habe, bleibt den Radnetzspinnen (ich nehme an, Spalten- oder Brückenkreuzspinnen) gar kein Platz mehr, diese zu bauen. Und die anderen Spinnen, die ich bei mir in der Wand habe, sind entweder Springspinnen (ohne Netze) oder so kleine, die dann so "unorientierte" Netze bauen. Ab und zu bleibt da mal eine Wildbienen drin hängen, aber das ist wirklich zu vernachlässigen, finde ich. Außerdem sind die Spinnen ein gefundenes Fressen für viele Grab-oder Wegwespenarten, die sich auch bei den Insekten"hotels" einstellen werden. Diese suchen regelrecht alle Löcher ab, ob da nicht vielleicht eine Spinne haust, die man für den eigenen Nachwuchs lähmen und abtransportieren könnte.
 

Frage : Ich möchte ein Gitter anbringen mit 3 cm Maschenweite, damit die Mauerbienen durchfliegen können. Welchen Abstand sollte ich wählen, damit der Specht nicht an die Nistkammern kommt ?!

Antwort : Eine Lochweite von 3 cm ist viel zu groß. Da würden dann ja wieder Blau- und auch Kohlmeisen zwischen durch passen ! Denn die sind das eigentliche Problem bei den Insektennisthilfen. Dieses Jahr auch die Spatzen, die sich frech da an den ankommenden Mauerbienen bedienen wollten, bis ich dann wieder das Gitter vorn dran gemacht hatte. Ich habe mir ein Gitter mit einer Maschenweite von 19mm besorgt. Das klappt ideal. Die Mauerbienen haben mich letztes Jahr zwar erst dumm angeguckt, als ich das wegen der Kohlmeisen das erste mal überhaupt angebracht hatte, aber die hatten das schnell drauf. Die kommen da total easy durch, zur Not machen sie halt einen kurzen Zwischenstopp auf dem Draht.
Mit dem Specht hat man eigentlich nur Probleme, wenn man am Waldrand wohnt. Bei uns ist nur der Grünspecht, aber der pickt nur am Boden nach den Ameisen. Der Abstand ist dann auch nicht mehr so wichtig. Da langen 2-3 cm völlig meiner Meinung nach. Ein Specht wird auf dem Drahtgitter ja nicht wirklich sicher sitzen können und auch wenn er den äußersten Verschluss noch aufhacken könnte, so ist dieses ja zumeist eine Leerkammer, extra für die Eindringlinge. Also die zweite Trennwand kriegte der Specht dann auch nicht mehr mit seiner Zunge auf, und die wichtigeren Weibchen sind sowie am hinteren Ende angesiedelt ...
Lange Rede, kurzer Sinn : also ich empfehle Dir 19+/-1 mm, Abstand eher egal.

Frage : Ich möchte verschiedenen Wildbienenarten eine Heimat bieten. Welche mehrjährigen Arten an Blühpflanzen kann ich pflanzen, die von vielen Wildbienenarten angeflogen werden anstatt nur von einer darauf spezialisierten?

Antwort : Ich würde Ihnen doch gerade eher zu Pflanzen zu raten, mit denen Sie spezialisierte Wildbienen unterstützen. Denn gerade diese haben das Problem, dass sie bei Wegfall der Pollenquelle (z.B. durch eine zu frühe Maht) in der Nähe dann nichts mehr finden. Und Wildbienen fliegen im Gegensatz zu Honigbienen nicht mehrere Kilometer. Die großen vielleicht noch 1 km, die kleinen aber eher nur wenige hundert Meter zwischen Nistplatz und Blütenangebot. Dazu kommt, dass spezielle Pflanzen (z.B. der Natternkopf) nicht nur von den Spezialisten besucht wird (hier z.B. die Natternkopf-Mauerbiene), sondern auch von vielen anderen Wildbienen (in dem Beispiel etliche Hummeln oder auch späte Pelzbienen). Natternkopf ist für mich eine absolute Pflichtpflanze, da Hummeln sie lieben. Wegwarte ist auch toll (Löcher-, Furchen, Sandbienen, Hummeln, etc.), allerdings samt die sich schon recht gut aus.
Auf jeden Fall Glockenblumen in unterschiedlichen Arten, damit man längere Blühzeiten hat. Damit ist der entsprechenden Scherenbiene geholfen, aber auch Blattschneiderbienen und Hummeln lieben die Blüten. So könnte man nun ewig weiterauflisten, aber das habe ich ja auch so meiner Seite stehen, samt Fotos, welche Wildbienen sich bei mir an den Blüten bedienen. Ach natürlich, Skabiosen dürfen nicht fehlen ...
 
Wichtig ist vor allem, dass man das Blütenangebot JE FAMILIE möglichst breit in die Länge streckt. Viele Wildbienen sind nicht auf Arten spezialisiert, aber doch auf Pflanzenfamilien. Beispielsweise Kobblütler: da müssen sich Margariten mit Rainfarn, Wegwarten, Skabiosen, Cosmeen, usw. abwechseln. Diverse Bienen bedienen sich nur an Korbblütlern (Löcherbiene, manche Seidenbiene, etc.). Jede Pflanzenart für sich blüht eben nur +/- zwei Wochen, danach wäre Schluss. Genauso mit Lippen- oder auch Schmetterlingsblütlern, die für viele Wildbienenarten essentiell wichtig sind, natürlich inklusive der Hummeln, die sie lieben.
Unter dem Menüpunkt "Wildbienenweide" sind etliche Planzen aufgezählt, die in unserem Garten wachsen. Neben Stauden und Kräutern sind natürlich auch sinnvolle Sträuche und Bäume wahre Wildbienen-Eldorados (und natürlich auch für andere Insekten und später durch die Früchte auch ideal für Vögel). Im Internet sind genug Listen zu finden, welche Pflanzen welchen Pollen- und Nektarwert besitzen (einfach nach Trachtpflanzen suchen). Durch Säen von regionalem Saatgut (sinnvolle, mehrjährige Mischungen, nicht so ein Quatsch aus dem Supermarkt)  erhält man wiederum eine bunte Blumenwiese, die wenig Arbeit macht und vielen Sommerarten unter die Flügel greift ...