Nisthilfen aus Ton

Bild: Tonsteine, Wildbienen, Mauerbienen, Nistgangverschluss
18.05.2018 : die Mauerbienen besiedeln sehr gerne die Tonsteine, besonders nachdem die Bambusstengel voll waren ...
Bild: Weibchen der Gehörnte Mauerbiene, Osmia cornuta, beim Polleneintrag an einem Tonstein
08.04.2018 : Weibchen der Gehörnten Mauerbiene beim Polleneintrag an einem Tonstein

Oft werden in "Insektenhotels" oder in einer großen Wildbienenwand Lochziegel integriert. Diese haben allerdings für die Wildbienen herzlichst wenig Nutzen ! Man kann aber ohne viel Aufwand und für kleines Geld schöne und vor allem sinnvolle Nisthilfen aus Ton schaffen.

 

Empfehlungen :

- den feuchten, gut formbaren Ton in die gewünschte Form bringen

- wichtig hierbei ist nur die Tiefe des Niststeins, damit die Nistgänge später eine vernünftige Länge erhalten

- 12 cm Tiefe oder mehr sind sinnvoll

- dann mit Stäben diverser Dicken (Bambusstücke, Schraubenzieher, o.ä.) lange Gänge in den Ton drücken

- wie bei Holz und Bambus sind hier natürlich auch wieder Lochdurchmesser zwischen 2 mm und 12 mm geeignet

- bei mir werden 3 mm bis 8 mm sehr gut angenommen ...

- durchgestochene Gänge müssen anschließend wieder hinten verschlossen werden

- den Nistgängen am besten direkt eine leichte Neigung nach oben verabreichen (Regenabfluss)

- ca. zwei Wochen trocknen und danach brennen lassen - Fertig !


Die Ausrichtung sollte südlich oder süd-östlich sein, mit möglichst viel direkter Sonneneinstrahlung und einem Regenschutz.

 

10.08.2014 : Niststeine mit den ungefähren Lochdurchmessern +/- 1 mm
10.08.2014 : Niststeine mit den ungefähren Lochdurchmessern +/- 1 mm

 

In den beiden großen Gängen hat hauptsächlich die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) ihre Nester angelegt, eventuell auch andere Mauerbienen (die sonst weit verbreitete Gehörnte Mauerbiene war aber 2017 das erste mal bei uns). DIe Löcher mit ca. 4 mm Durchmesser wurden von mehreren Arten besiedelt. Dies sind - in der Reihenfolge ihrer "Einzugstermine" - die Hahnenfuß-Scherenbiene (Osmia florisomnis), dann die Glockenblumen-Scherenbiene (Osmia rapunculi), im Hochsommer die Löcherbiene (Osmia truncorum) und im Spätsommer kommen noch die Maskenbienen hinzu (hier kein Verschluss zu sehen).

 

30.08.2014 : aus 10 kg Ton entstehen in einer Stunde sechs Insektenniststeine dieser Größe (ca. 12 cm tief)
30.08.2014 : aus 10 kg Ton entstehen in einer Stunde sechs Insektenniststeine dieser Größe (ca. 12 cm tief)
28.06.2014
28.06.2014

Hier eine Glockenblumen-Scherenbiene (Osmia rapunculi), die einen Nistgang aus dem letzten Jahr wieder verwendet. Allerdings wird dieses Nest von einer Schmalbauchwespe (Gasteruption assectator) parasitiert. Sie ist ein Futterparasit, d.h. ihr Nachwuchs frißt den Wildbienenlarven den Pollenvorrat weg. Dies tut sie bei mehreren Wildbienenarten / -familien, ist also nicht sonderlich spezialisiert.

Nachfolgend ein gekaufter Bienenstein, den ich als "Impfstein" für einen Kollegen in meine Nistwand integriert hatte, allerdings erst am 29. April, sprich die größte Aktivität der Gehörnten Mauerbienen war schon vorbei. Aber es sind noch einige Rostrote Mauerbienen (und später auch eine andere, kleinere Mauerbienenart) unterwegs gewesen, die diesen Tonstein trotz anderer Alternativen sehr gut angenommen haben. Hier die Fortschritte der Besiedelung nach wenigen Tagen :

05.05.2018 : Bienenstein nach sechs Tagen
05.05.2018 : Bienenstein nach sechs Tagen
09.05.2018 : Bienenstein nach zehn Tagen
09.05.2018 : Bienenstein nach zehn Tagen
15.05.2018 : Bienenstein nach 16 Tagen
15.05.2018 : Bienenstein nach 16 Tagen

Wenn nun auch noch ein paar Scherenbienen und dann im Sommer auch noch Löcherbienen diesen Bienenstein nutzen (die kleinen Lochdurchmesser), dann kann er im Spätherbst fast voll besetzt in den anderen Garten ziehen.

02.02.2019 : die Mauerbienen (die Rostrote, für die Gehörnte kam der Stein zu spät) haben den Niststein sehr gut angenommen. Deren Lochgröße ist zu mehr als 80% ausgebucht. Oben rechts kann man zwei Nistverschlüsse von Maskenbienen erkennen.
02.02.2019 : die Mauerbienen (die Rostrote, für die Gehörnte kam der Stein zu spät) haben den Niststein sehr gut angenommen. Deren Lochgröße ist zu mehr als 80% ausgebucht. Oben rechts kann man zwei Nistverschlüsse von Maskenbienen erkennen.

Kontakt: pe(Punkt)walter(Äd)gmx.net